Wer hat den Gefrierschrank erfunden?

IMG_20140927_184106-neuEine nicht unwichtige Frage, so ist der Gefrierschrank und der Kühlschrank doch eine sehr innovative Erfindung. Stellen Sie sich einfach mal vor, es gebe kein Gerät womit Sie Speisen kühlen und gefrieren könnt.

Wäre das nicht schrecklich? Wie haben das die Menschen früher gemacht und wer hat dann eigentlich den Kühl- und Gefrierschrank erfunden?

Die revolutionäre Erfindung des Gefrierschranks

Wenn Sie heute Ihren Kühlschrank öffnen, ist das für Sie eine Selbstverständlichkeit. Obst, Gemüse und andere verderbliche Lebensmittel bleiben in Ihrer Gefriertruhe monatelang haltbar. Sie kaufen es auf Vorrat im Supermarkt zu allen Jahreszeiten, genießen es frisch und gesund. Das war jedoch nicht immer so. Unsere bequemen Essgewohnheiten wurden erst durch die Erfindung der künstlichen Kälte ermöglicht.

Wer erfand den Gefrierschrank?

Dem Erfinder Clarence Birdseye verdanken wir die Erkenntnis, dass ab -18°C alle chemischen und biologischen Prozesse in Lebensmitteln zum Stillstand kommen. Doch war es der deutsche, 1842 geborene, Ingenieur Carl von Linde, der mit seinem Linde-Verfahren die Entwicklung des Kühlschranks erst ermöglichte. 1876 entwickelte er die erste technisch-chemische Kühlmaschine mit Ammoniak-Verflüssigung. Seine Kältetechnik diente zunächst nur den Brauereien, Molkereien, Schlachthöfen, Schokoladenfabriken und der Lebensmittelindustrie. Der Kühlschrank kam erst später in die Haushalte.

Wie hat man damals gekühlt?

Bereits in der Antike kühlten Menschen ihre Lebensmittel. Wie sie es taten, hing davon ab, wo sie lebten. Alpenbewohner verwendeten Gletschereis und Schnee zum Kühlen. Es gab Eiskeller, in denen man Eis lagerte. Man begrub Holzkisten mit Metallbeschlägen in Erdlöchern oder kühlte hinter dicken Mauern. Menschen, die in wärmeren Regionen lebten, kochten ihre Lebensmittel ein, pökelten Fleisch, räucherten Fisch, salzten oder trockneten sie.

Wie waren die ersten Modelle?

Für die ersten Modelle wurden Ammoniak, Methylchlorid oder Schwefeldioxid verwendet. Sie waren jedoch undicht und die austretenden Gase hochgiftig. Es waren schrankähnliche Behälter auf vier Beinen, die nach Ammoniak stanken und heulend lärmten.

Diesen schrankähnlichen Behältern verdankt auch der Name „Gefrierschrank“ seine Wortherkunft. Die Modelle sahen nämlich in der Tat wie Schränke aus.

mini-gefrierschrank-gefrierbeutel

Wann gab es erste Modelle für zu Hause?

1879 verkaufte Carl von Linde die Patentrechte an seinen Kältemaschinen nach Amerika. Man entdeckte Fluorkohlenwasserstoff (FCKW) als neues Kühlmittel. 1926 rollte in Amerika der erste Kühlschrank vom Fließband und bereits Ende der 30-er Jahre besaß jeder zweite Amerikaner ein solches Gerät.

Erst in den 50-er Jahren kam der Kühlschrank nach Deutschland und wurde zum Verkaufsschlager. Auch boten immer mehr Geschäfte tiefgekühlte Lebensmittel an.
1970 war der Kühlschrank Standard in jeder Einbauküche. Das in den 80-er Jahren entdeckte Problem der Schädlichkeit von FCKW für die Ozonschicht wurde in den 90-er Jahren gelöst. Heutige Kühlschränke arbeiten mit umweltfreundlichen Kühlmitteln wie Isobutan.

Moderne Kühlgeräte sind energiesparend. Es gibt Gefriertruhen für zu Hause in allen Größen für kleine oder große Familien. Auch sind platzsparende Mini-Gefrierschränke erhältlich. Die kleinen Mini-Gefrierschränke kann man vielseitig einsetzen, sie eignen sich für Single-Haushalte, für das Büro oder den Wohnwagen.

Gefrierschränke haben unser Leben revolutioniert. Besonders beliebt ist Speiseeis, wovon der Deutsche ganze 110 Kugeln, beziehungsweise ganze acht Liter im Jahr isst. Vielleicht denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal Ihren Kühlschrank öffnen.